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Mutig von Auferstehung und Gericht predigen

Semesteröffnung am Theologischen Seminar mit 23 neuen Studierenden

Elstal/Berlin – 23 neue Studierende haben zum neuen Studienjahr am Theologischen Seminar Elstal (FH) ihr Studium aufgenommen. 14 haben den dreijährigen Bachelor-Studiengang in Evangelischer Theologie begonnen. Zwei Studierende, die zuvor an anderen freikirchlichen Hochschulen eingeschrieben waren, beginnen ihr zweijähriges Masterstudium. Sieben Studierende haben bereits an anderen Studienorten ein theologisches Examen abgelegt und wollen nun in einem ein- oder zweijährigen Zusatzstudium die Voraussetzungen für ein offizielles Vikariat im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden erfüllen.

Im Campus-Eröffnungsgottesdienst zum neuen Studienjahr lud Pastor Johannes Rosemann (Berlin) in seiner Predigt über Lukas 9,56-62 zu einer fröhlichen Nachfolge Jesu Christi ein. Der Rektor des Theologischen Seminars Elstal, Dr. Volker Spangenberg, machte darauf aufmerksam, dass exakt 50 Jahre zuvor die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden der damaligen DDR das Theologische Seminar in Buckow eröffnet hatten. Damals war es ostdeutschen Baptisten von der DDR-Regierung verboten worden, am Theologischen Seminar in Hamburg zu studieren. Johannes Rosemann ist Absolvent des Seminars in Buckow (1986). Er zeigte sich im Rückblick dankbar dafür, dass er unter den Bedingungen der DDR Theologie studieren konnte.

Photo von Prof. Dr. Corinna DahlgrünProf. Dr. Corinna Dahlgrün stand auch am Nachmittag des Studientages für eine Gesprächsrunde mit den Studierenden zur Verfügung

Zur Semestereröffnung gehört auch ein Studientag auf dem Campus. Dort vertrat die Dozentin für Praktische Theologie der Universität Jena, Prof. Dr. Corinna Dahlgrün, die These: "Wir sollen über Auferstehung und Gericht, über Tod und ewiges Leben, über Himmel und Hölle sprechen, weil die Bibel davon spricht." Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, dass sich jeder Prediger auf Grundlage der Heiligen Schrift theologisch klar wird, welche Vorstellung vom Zeitpunkt, Ziel und Ausgang des Gerichts er hat. Sie selbst vertrat die Überzeugung, dass der Himmel der eigentlich für den Menschen vorgesehene Ort ist, ohne einem "Himmel für alle" (der Allversöhnung) das Wort zu reden. Mit dem Gericht drohen könne nur derjenige, der es herbeiführt. Aber eine klare, wenn auch vorsichtige und sparsame Redeweise von Gericht und Hölle sei unbedingt notwendig, da sie den Ernst der Botschaft Jesu verdeutliche. Für eine Predigt von Auferstehung und Gericht brauche der Verkündiger Mut zur Konfrontation, zum Bekenntnis und zur Anschaulichkeit. Dahlgrün machte dabei auch auf methodische Probleme bei Predigten über das Thema aufmerksam. Sie empfahl, die Bilder der biblischen Texte zum Thema auch heute noch zu verwenden – etwa das vom Himmel als einem Ort, wo Wolf und Lamm zusammen leben, oder einem Ort ohne Leid. Sie ermutigte dazu, nicht nur zu besonderen Anlässen wie Beerdigungen oder zum Ewigkeitssonntag, sondern immer wieder von Auferstehung und Gericht zu predigen. "Viele biblische Texte sind nur dann ganz verstanden, wenn ihre eschatologische Dimension nicht verschwiegen wird", so Dahlgrün. Vom Jenseits zu predigen, bedeute das Leben im Diesseits zu verändern. Eine verantwortliche Rede von Himmel und Hölle gehöre zur Wahrheit, die dem Menschen zumutbar sei.

Traditionell wird das neue Studienjahr einige Tage später auch mit einem Gottesdienst in einer Berliner Gemeinde eröffnet. Gastgeber war in diesem Jahr die Gemeinde Berlin-Schöneberg (Hauptstraße). In seiner Predigt legte Prof. Dr. Uwe Swarat den Vers aus: "Die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe baut auf" (1.Kor 8,1b). Er verdeutlichte, dass eine Erkenntnis ohne Liebe unnütz sei und Liebe ohne Erkenntnis wirkungslos. Der Liebe zu Gott von ganzem Herzen, mit aller Kraft und mit dem ganzen Verstand wisse sich das Theologische Seminar in diesem Sinne verpflichtet.

Das Theologische Seminar Elstal hat zu Beginn des Wintersemesters 99 Studierende, die höchste Zahl seit der deutschen Wiedervereinigung.

Michael Rohde

 

 


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